Zu gut für die Tonne

In Deutschland werden jährlich 75 Kilogramm verwertbare Lebensmittel pro Kopf weggeworfen – zu diesem Schluss kommt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Das hat weitreichende Folgen für Mensch und Natur. Foodsharer:innen aus Groß-Gerau wollen den Verschwendungswahn stoppen und retten Lebensmittel vor einem überstürzten Ende in der Tonne

Das Team der Foodsharer:innen auf dem Jugendkirchentag in Gernsheim

Auf dem Jugendkirchentag werden nicht nur Zelte und gemeinsame Erlebnisse geteilt, sondern auch Lebensmittel! Der Verein „Foodsharing Groß-Gerau“ lädt mit einer üppigen Auswahl an frischen wie auch abgepackten Lebensmitteln zu Tische. Teamchef Oliver drückt ankommenden Besucher:innen direkt eine Tafel Schokolade in die Hand. „Alles vor der Tonne gerettet!“, merkt seine Kollegin Clarissa an. Bei festen Kooperationspartner:innen in der Region sammelt das Team übrig gebliebene Lebensmittel und bringt sie zu einem „Fairteiler“. Das sind Regale oder Kühlschränke an denen Lebensmittel umsonst abgeholt werden können. Dafür reiche schon eine kostenlose Registrierung auf der foodsharing-Website. Das Interesse der Kids sei riesig, erzählt Clarissa. „Wir haben allein gestern viele neue Anmeldungen erhalten!“.

Je mehr Menschen mitziehen, desto mehr Lebensmittel können gerettet werden. Das ist dringend notwendig, denn die Verschwendung hat globale Folgen: wertvolle Ressourcen werden vergeudet und ihr Transport belastet das Klima durch CO2-Emissionen. Verschärft wird die weltweite Not, wenn mehr gekauft, als benötigt wird. Die steigende Nachfrage führt zu steigenden Preisen. Darunter leiden insbesondere Einkommensschwache. Oliver, Clarissa und ihr Team wollen den Anfang machen und die JKT-Teilnehmer:innen zum „Foodsaven“ motivieren – denn jeder Apfel zählt!

Text & Bild: Annika Schwarze
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