Vier Gesichter – Vier Geschichten

Der Jugendkirchentag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ist ein buntes Festival für Jugendliche und junge Erwachsene. In verschiedenen Themenparks lässt sich zum Thema: Identität, Zukunft oder Digitales einiges erleben und lernen. Am Abend werden große Partys gefeiert, wenn die DJs im Festzelt auflegen und der Menge so richtig einheizen. Neben den Feierlichkeiten gibt es aber auch ruhige Momente in den Gottesdiensten. Die Jugendlichen reisen für die vier Tage aus den unterschiedlichsten Regionen aus der gesamten Landeskirche an. Dazu zählen auch Timm, Hannah, Landolf und Luisa.
V. l. n. r. Landolf, Luisa, Tim und Hannah

Landolf (20)

Vom Atheismus zum Glauben – das beschreibt Landolfs Reise. Über die Pfadfinder fand er zum Evangelischen Jugendwerk in Wiesbaden und hat jetzt im Zuge seiner Jugendleiter-Ausbildung einen Stand auf dem Jugendkirchentag mitorganisiert und auch in Zukunft möchte er sich fleißig ehrenamtlich engagieren. Vor allem in den letzten drei Jahren ist der Glaube für ihn richtig präsent geworden. „Der Glaube ist für mich ein Knotenpunkt, wo alles zusammenläuft. Am Ende kann jeder für sich selbst seinen eigenen Umgang damit finden.“ Vor seiner Zeit bei den Pfadfinder:innen und später beim Evangelischen Jugendwerk hatte Landolf mit der Kirche nicht viel am Hut. „Ich komme aus einer atheistischen Familie, aber habe mit der Zeit meinen eigenen Weg gefunden.“ Inzwischen hat Landolf schon ein paar Jugendkirchentage und Freizeiten miterlebt. Besonders die Gemeinschaft und die Erlebnisse sind für ihn immer wieder speziell.

Luisa (14)

Die Konfi-Zeit hilft vielen Jugendlichen, sich im Leben weiterzuentwickeln und ihren eigenen Weg zu gehen. Das hofft auch Luisa aus Neu-Isenburg, wenn es um den Glauben und die Kirche geht. „Ich versuche noch herauszufinden, unter anderem hier in Gernsheim auf dem Jugendkirchentag und in meiner Konfi-Zeit, was der Glaube für mich bedeutet. Aber ich wurde schon immer durch ihn davon begleitet, auch durch meine Familie.“ Für Luisa ist besonders die Gemeinschaft in ihrer Gemeinde sehr wichtig. Nachdem ihre Eltern aus ihrem Heimatland ausgewandert sind und nach Deutschland kamen, war für sie die Gemeinde ein Rückzugsort, wo sie sich immer geschützt gefühlt hat. Jetzt freut Luisa sich über die Zeit beim Jugendkirchentag. „Es ist einfach schön mit so viel Jugendlichen hier Zeit zu verbringen, nachdem es wegen der Corona-Pandemie lange Zeit nicht ging.“

Timm (17)

Zum ersten Mal ist Timm in diesem Jahr beim Jugendkirchentag in Gernsheim dabei. Zusammen mit dem Evangelischen Jugenddekanat Mainz hilft er tatkräftig mit beim Festival. Dabei freut er sich über den Ausgleich zwischen Arbeiten und Spaß haben und darüber die Atmosphäre aufzusaugen. Für ihn stehen die vier Tage aber nicht nur im Zeichen des Glaubens, sondern er freut sich, dass viele Menschen zusammenkommen. „Ich selbst bin nicht gläubig, aber ich respektiere jeden, für den der Glaube eine Rolle spielt und der seinen Glauben ausleben möchte.“ Sein Ziel ist die Jugendleiter- Ausbildung, wobei der Jugendkirchentag für ihn als Praxisprojekt gilt, er will sich in Zukunft ehrenamtlich engagieren. Dann führt sein Weg bestimmt auch wieder auf den Jugendkirchentag, zum Beispiel als Begleiter einer Jugendgruppe.

Hannah (15)

Auch Hannah aus Büdingen hat es zum ersten Mal auf den Jugendkirchentag verschlagen. Durch ihre Mutter, die schon häufiger bei Jugendkirchentagen geholfen hat, wusste Hannah schon was sie erwartet. „Man kann neue Leute kennenlernen, hat viel Spaß zusammen mit Freunden und kann auch richtig viele neue Dinge ausprobieren.“ Im Mittelpunkt steht für sie aber auch, sich mit anderen Menschen über den Glauben auszutauschen. „Der Glauben ist für mich etwas an dem ich mich immer festhalten kann. Man denkt nicht ins Ungewisse und es gibt jemanden, der für einen da ist, wodurch man sich nicht so allein fühlt.“ Besonders geholfen hat es Hannah, als eine ihrer besten Freundinnen eine schwere Lebens- und Sinnkrise hatte. In der Zeit „wusste ich, dass Gott da war“ und Hannah betete für ihre Freundin – mit einem gute Ausgang.

Text und Bild: Fynn Hornberg

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